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21. Wirtschaftspolitischer Frühschoppen

 


21. Wirtschaftspolitischer Frühschoppen der LINKEN zu Optionen und Strategien von Handelseinrichtungen

Harzkreis. Der Einladung der Landtagsabgeordneten der LINKEN, Dr. Detlef Eckert und André Lüderitz in das Berghotel Vogelherd in Blankenburg folgten kürzlich zahlreiche Gäste aus Wirtschaft, Handel und Politik des Harzkreises. Im Mittelpunkt stand das Thema "Optionen und Strategien von Handelseinrichtungen". Die Fragen "Wie attraktiv sind unsere Mittelzentren im Harzkreis für den Einzelhandel?", "Unter welchen Prämissen werden Standorte ausgesucht?" und "Welche Möglichkeiten hat die Politik auf den Handel Einfluss zu nehmen?", spielten dabei eine zentrale Rolle. Als kompetenter Gesprächspartner konnte Herr Andreas Krause, Geschäftsleiter "porta möbel" Halberstadt gewonnen werden.

Am Anfang der Veranstaltung gab dieser ein kurzes Statement als Grundlage für die anschließende Diskussion. Er führte aus, dass die Unternehmen des Handels Standortanalysen anfertigen. Ziel sei es Marktlücken zu besetzen. In Halberstadt z. B. sei aus seiner Sicht jede Marktlücke besetzt. Aber warum investieren Handelsunternehmen noch in Halberstadt? Hauptziel sei jetzt, Mitbewerber zu verdrängen. Im Discounterbereich sehe man dies besonders deutlich. Seiner Meinung nach sollte man nichts dagegen unternehmen. Zum Vorhaben "Harzhof" erklärte Andreas Krause: "Lassen sie bauen, eine Diskussion dagegen ist überflüssig. Halberstadt kann nur davon profitieren. Es verschwindet eine Brache, das Erscheinungsbild der Stadt wird verbessert." Innenstadtrelevanter Handel muss natürlich geschützt werden, der Bereich Lebensmittel gehört seiner Meinung nach nicht dazu. Sich gegen drohende Konkurrenz öffentlich zu wehren läge dabei in der Natur der Sache. Die Politik müsse jedem Handelsinvestor erst einmal den roten Teppich ausrollen, betonte Andreas Krause, aber wichtig sei, vor dem Bau einer neuen Handelseinrichtung auf den Investor Einfluss zu nehmen, dass er bei Aufgabe des Standortes, eine Nachnutzung organisiert, oder sogar einen Rückbau vollzieht. Man müsse versuchen, zukünftigen Leerstand einen Riegel vorzuschieben.

Zu zukünftigen Ansiedlungsmöglichkeiten äußerte Andreas Krause, dass bedeutende Unternehmen mit hochpreisiger Ware, z. B. im Bereich Bekleidung kaum nach Blankenburg, Wernigerode, Quedlinburg oder Halberstadt kommen würden. Das gäben die Standortanalysen nicht her und außerdem befinden sich diese Städte im Dunstkreis größerer Einkaufsstädte wie Braunschweig und Magdeburg. Dem Ansinnen, den Breiten Weg in Halberstadt als hochpreisige Einkaufsstrasse zu entwickeln, tritt er deshalb sehr skeptisch gegenüber. Hier sollte man sich auf Bars, Restaurants, Cafes, Galerien o. ä. konzentrieren und um ein attraktives Erscheinungsbild kümmern. Als Fazit sagte Andreas Krause: "Grenzen erkennen und andere Wege gehen, darin besteht die Chance."

In der nachfolgenden Diskussion äußerte Herr Schmidt von der "Generation X Group GmbH", dass sich die kleineren Händler zu Werbegemeinschaften zusammenschließen sollten, um den großen Handelsunternehmen Paroli bieten zu können. Herr Köpke, selbst Halberstädter Handelsunternehmer, machte klar, dass inhabergeführte Unternehmen sehr wichtig für eine attraktive Handelslandschaft und Stadt seien.

Christian Hamann, Mitglied der Rolandinitiative, unterstützte die Aussagen von Andreas Krause und wies darauf hin, dass dort, wo die Städte im Bereich Beseitigung von Brachen nichts mehr tun können, die Wirtschaft und der Handel helfen können, diese Probleme zu lösen. Der Oberbürgermeister der Stadt Halberstadt, Andreas Henke, hob hervor, dass die Politik die Aufgabe habe, die Rahmenbedingungen für die Händler und die Handelsunternehmen zu schaffen und es wichtig sei, den Branchenmix zu steuern. Dr. Harald Hausmann, Vorstandsmitglied der Rolandinitiative und Unternehmer, forderte die Politik und den Handel auf, sich auf die älter werdende Bevölkerung besser einzustellen. Ein weiteres Ziel müsse es sein, eine Einheit von Erlebnis und Handel herzustellen. Deshalb müsse man Handelkonzeptionen ständig fortschreiben.

Zum Schluss betonte Dr. Detlef Eckert, dass die angeregte Diskussion gezeigt hat, dass es wichtig und richtig war, dieses Thema auf die Tagesordnung des 21. Wirtschaftspolitischen Frühschoppens zu setzen und die Diskussion dazu weiter gehen muss.