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Dieter Bergt

8. Mai 2020 – der 75. Jahrestag der Befreiung

Der 8.Mai ist der Tag der Befreiung. An diesen Tag wurde 1945 die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht unterzeichnet. In vielen Ländern Europas wird damit das Ende des 2. Weltkrieges in Europa und die Befreiung vom Nationalsozialismus gedacht. In einigen Staaten wird dieser Tag als Feiertag begangen, so in Frankreich, Tschechien und der Slowakei. Im Bundesland Berlin ist er nur in diesem Jahr ein Feiertag. In Russland – auch in einigen Nachfolgerstaaten der Sowjetunion - wird der 9. Mai als „Tag des Sieges“ gefeiert.

Anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung vom Hitlerfaschismus erinnerten Vertreter des DGB, der SPD sowie des Ortsverbandes der Partei  DIE LINKE unter dem Motto „KEIN KRIEG – NIRGENS“, im Rahmen einer Kranzniederlegung am sowjetischen Ehrenmahl am Fuße der Spiegelsberge. Dabei wurden die geltenden Vorschriften beachtet.

Dr. Detlef Eckert begrüßte Herrn Maik Berger, gemeinsamer Landratskandidat von SPD, Grüne und Linken, den OB der Stadt Herrn Andreas Henke sowie die zahlreich erschienenen Teilnehmer aus Parteien und Organisationen und interessierter Bürger, einschließlich einer Gruppe russisch – deutscher Mitbürger. Er übergab Andreas Henke das Wort.

Der OB sprach über die Bedeutung des 8. Mai, der Beendigung des 2. Weltkrieges, die hohen Verluste und menschlichen Tragödien. Er erinnerte an die große Zahl der Opfer des Nationalsozialismus, an Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter, Homosexuellen kranke und behinderter Menschen und  Andersdenkende. Mehr als 60 Millionen Menschen starben, darunter 6 Millionen Juden. Allein auf dem Gebiet der Sowjetunion waren 27 Millionen Tote zu beklagen. Die in der Anti-Hitler-Koalition verbündeten alliierten Armeen errangen den Sieg, wobei die Sowjetunion und die Rote Armee die Hauptlast des Krieges trugen. Er verwies auf den Fakt, dass der 8. Mai in den beiden deutschen Staaten sehr unterschiedlich wahrgenommen wurde. In der DDR wurde er als „Tag der Befreiung“ begangen und war lange ein Feiertag, in der BRD eher ein „Tag der Niederlage“. Erst 1985, zum 40 Jahrestag, sprach der Altpräsident Richard von Weizsäcker in Bonn:

„Der 8. Mai war der Tag der Befreiung. Er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“.

Andreas Henke verwies zugleich auf die gegenwärtige gefährliche Situation in Deutschland und Europa. Rechte Parteien verbreiten ihr rassistisches Gedankengut. In Halberstadt warb die AfD an diesem Tag  für ihre Auffassung vom „Vogelschiss in der deutschen Geschichte“. Warnend verwies der OB darauf, dass die Bundesregierung Jahr für Jahr die Rüstungsausgaben erhöht und sich mit der Modernisierung der  Atomwaffenträger für die Bundeswehr einverstanden erklärt. Jetzt stehen wieder deutsche Soldaten an der Grenze zu Russland.

Als erster legte der OB Andreas Henke für die Stadt, dann Vertreter der Parteien und Organisationen ihre Gestecke sowie Bürgerinnen und Bürger ihre Blumen am Mahnmal nieder und gedachten den Opfern des 2. Weltkrieges. Irina Pobkow aus der Altairegion – seit 2002 in Halberstadt - sprach einige Worte zu den Anwesenden und trug ein Gedicht in russischer Sprache vor. Zum Abschluss griff Rainer Wulff zu seiner Mundharmonika und spielte einige russische Volkslieder an, die er als Kind 1945/46 erstmals gehört hatte. Abschließend intonierte er das Lied „Kleine weiße Friedenstaube“.