19. November 2016

Harzer LINKE wählt Evelyn Edler zur neuen Kreisvorsitzenden und dankt scheidenden Kreisvorsitzenden André Lüderitz

Harzkreis. Der nach Magdeburg und Halle drittgrößte Kreisverband der Linkspartei in Sachsen-Anhalt startet mit einem Generationenwechsel an der Spitze in das Bundestagswahljahr 2017. Auf einem Kreisparteitag wählten die fünfundvierzig Delegierten aus den Ortsverbänden des Harzkreises die Wernigeröderin Evelyn Edler zur Nachfolgerin des scheidenden Kreisvorsitzenden André Lüderitz, der nach zehn Jahren im Amt nicht erneut antrat.

Die 35-jährige Diplomverwaltungsökonomin erhielt in geheimer Wahl 95,6 Prozent der Stimmen (43 Ja-Stimmen, 1 Nein-Stimme, 1 Enthaltung). Zu den ersten Gratulanten gehörten die Landesvorsitzende Birke Bull, Landesvize Andreas Höppner und Landtagsmitglied Monika Hohmann. Edler dankte ihrem Vorgänger André Lüderitz der es geschafft habe, die drei ehemaligen Kreisverbände Halberstadt, Quedlinburg und Wernigerode sowie die Stadt Falkenstein in den vergangenen zehn Jahren erfolgreich zusammenzuführen. Lüderitz seinerseits wird die Arbeit der neuen Kreisvorsitzenden unterstützen und wurde zu ihrem Stellvertreter gewählt.

Mit seinen 360 Parteimitgliedern und 100 kommunalen Mandatsträgern im Kreistag, den Städten und Ortschaften sei der Kreisverband in der Region fest verankert. In ihrer kämpferischen Rede rief Edler die Basis auf, neue Parteimitglieder und interessierte Bürger mit offenen Armen willkommen zu heißen und zur aktiven Mitarbeit einzuladen.

Mit Blick auf das bevorstehende Bundestagswahljahr kritisiert sie die tiefe soziale Spaltung im Land. Der Reichtum konzentriere sich immer mehr in den Händen einiger weniger, die Armen blieben arm, Teile der Mittelschicht rutschten finanziell ab und vielen Menschen blieben die Aufstiegschancen verwehrt. Edler, die sich im kommenden Jahr für die Direktkandidatur der LINKEN im Bundestagswahlkreis Harz bewirbt versprach, kein Blatt vor den Mund zu nehmen und die Probleme der Menschen stets beim Namen zu nennen.

Als einen Schwerpunkt nannte sie den Einsatz für den ländlichen Raum. „80 Prozent aller Sachsen-Anhalter leben außerhalb der beiden Großstädte Magdeburg und Halle. Für diese große Mehrheit müssen wir unsere politischen Angebote viel lauter und deutlicher formulieren. Unser Land darf nicht in rasant wachsende Ballungszentren auf der einen und in schrumpfende ländliche Regionen auf der anderen Seite gespalten werden.“ Nach Ansicht Edlers verlieren die Eliten den ländlichen Raum zunehmend aus dem Blick und konzentrieren sich zu einseitig auf die wachsenden Zentren. Mit dieser Entwicklung könne und dürfe man sich nicht abfinden und müsse mit Konzepten gegensteuern.

Den Kreisverband schwor sie auf ein selbstbewusstes, freches und unkonventionelles Auftreten ein. „Unser Wahlkampf darf nicht auf irgendwelche Koalitionsoptionen schielen, sondern muss die Menschen zum Mitmachen einladen, er muss sie von unseren Ideen für ein sozial gerechteres und friedlicheres Land überzeugen, dass niemanden zurücklässt und niemanden ausgrenzt“, erklärt Evelyn Edler abschließend.