Wernigerode. Die Unterkunfts- und Verpflegungsbeiträge für Schüler des Landesmusikgymnasiums in Wernigerode sollen drastisch steigen. So werden zu Beginn des neuen Schuljahres die monatlichen Beiträge für Schüler aus Sachsen-Anhalt um satte 56,5 Prozent auf 250 Euro und für Schüler aus anderen Bundesländern um 118 Prozent auf 350 Euro erhöht. Eine weitere Erhöhung um weitere 50 Euro pro Monat steht ebenfalls fest. Bisher liegen die Internatsgebühren einheitlich bei 160 Euro pro Monat.
Nach Bekanntwerden der Erhöhung laufen Medienberichten zufolge Elternvertreter und die Linksfraktion im Landtag Sturm gegen die von CDU und SPD getragene Erhöhung. Auch der Jugendverband der LINKEN, die „Linksjugend Solid“ schließt sich dem berechtigten Protest von Eltern und Schülern an. Wie der Harzer Linksjugend-Sprecher Ringo Klingenberg aus Ilsenburg und Christian Härtel als jüngstes Mitglied der Linksfraktion im Stadtrat Wernigerode weiter mitteilen, werde der Zugang zu hochwertiger Bildung für Schüler, die auf eine Unterbringung im Internat angewiesen sind, einmal mehr zu einer Frage des Geldbeutels der Eltern.
Die Linksjugend lehnt diese drastische Erhöhung als unsozial ab und befürchtet wie viele Eltern, dass Eltern, welche die erhöhten Beiträge nicht aufbringen können, ihre Kinder von der Schule nehmen oder gar nicht erst anmelden. Der bisherige Internatsbeitrag konnte im Wesentlichen durch das Kindergeld abgedeckt werden. Durch den künftig höheren Beitrag für Kinder von Eltern mit Wohnsitz außerhalb Sachsen-Anhalts werden nicht wenige Familien aus dem Harz und Sachsen-Anhalts bestraft, die der Arbeit wegen in benachbarte Bundesländer gezogen sind und ihr Kind trotzdem im Spezialgymnasium in der alten Heimat beschulen. Angesichts sinkender Schülerzahlen in Sachsen-Anhalt eine fatale Entscheidung von CDU und SPD. Das viele Eltern mit Widersprüchen auf diese Entwicklung weg von Bildungsgerechtigkeit reagiert haben, ist ausdrücklich zu begrüßen, so die beiden Linksjugend-Mitglieder Klingenberg und Härtel abschließend.