Harzregion. Die vor wenigen Tagen vorgestellte UNICEF-Studie zur Situation der Kinder in Industrieländern war neben der Vorbereitung der Kreistagswahlen zentrales Thema auf dem jüngsten Treffen der "Junge LINKE.Harz" am 17. Februar in Wernigerode. Für die Jugendorganisation der Harzer Linkspartei erklärten dazu die Junge LINKE-Mitglieder und Kreistagskandidaten Josephine Lüderitz (Halberstadt), Ringo Klingenberg (Ilsenburg) und Sebastian Koplin (Thale) gegenüber der Presse:
Die aktuelle und derzeit viel diskutierte UNICEF-Studie bestätige einmal mehr, dass Deutschland ein wenig kinderfreundliches Land ist. Trotz positiver Wirtschaftsprognosen und steigender Bankgewinne hätten Kinder und Jungendliche in Deutschland und besonders in der Harzregion schlechtere Entwicklungschancen als in vergleichbaren Ländern. Kinder sind auch im 21. Jahrhundert nach wie vor das größte Armutsrisiko in Deutschland.
Die Chancen auf Betreuung, Bildung und Gesundheit hängen stark vom Geldbeutel der Eltern ab. Nirgendwo werde dies deutlicher als in Sachsen-Anhalt und im Harz. Alle Maßnahmen der Politik waren bisher nur Kosmetik. Die vollmundigen Ankündigungen der CDU/SPD-Bundes- und Landesregierung schlagen sich nicht positiv in der Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen nieder.
Die Junge LINKE. Harz unterstütze daher die von UNICEF aufgestellten Forderungen nach einem gezielten Ausbau von Bildungs- und Förderangeboten für benachteiligte Familien, bessere Bildungs- und Förderungsangebote zur Integration von Kindern und für die Aufnahme von Kinderrechten in die Verfassung. Eine flächendeckende Kinderbetreuung, wie sie in Ostdeutschland nach der Wende erhalten werden konnte, reiche allein nicht aus.
DIE LINKE. verlange seit vielen Jahren, dass Bildung als Investition nicht nur verbal gefordert sondern als Bildungsquote in öffentlichen Haushalten verankern wird. Über eine bessere frühkindliche Bildung hinaus fordern wir eine Gemeinschaftsschule für alle Kinder sowie bessere und ausreichende Ausbildungsplätze für Jugendliche.
Es sei bezeichnend, dass ausgerechnet an dem Tag, an dem Deutschland von UNICEF ein Armutszeugnis zur Situation von Kindern und Jugendlichen ausgestellt wurde, das Bundeskabinett mit der Novelle zur Ausbildungsförderung eine weitere Nullrunde für BAföG-Empfänger beschlossen hat, so die Junge LINKE-Mitglieder Lüderitz, Klingenberg und Koplin abschließend.