Angesichts des bizarren Statistik-Gerangels zwischen der Wernigeröder KoBa und der HalberstĂ€dter ARGE, wer die Langzeitarbeitslosen im kĂŒnftigen Harzkreis erfolgreicher in den Arbeitsmarkt vermitteln kann, werden sich tausende Erwerbslose im Harz kaum noch des Eindrucks erwehren können, nach 2 Jahren Hartz IV-Gesetzgebung vollends zur anonymen Nummer degradiert worden zu sein.
Doch KoBa und ARGE fĂŒhren lediglich die im Jahr 2004 von CDU, SPD, FDP und GrĂŒnen beschlossenen Hartz IV-Gesetze aus, von denen sĂ€mtliche Studien von SozialverbĂ€nden, Gewerkschaften und Kirchen die Aussage der Linkspartei aus dem Jahr 2004 bestĂ€tigen, dass es sich um "Armut per Gesetz" handelt. So liegen die RegelsĂ€tze deutlich unter der fĂŒr Deutschland gĂŒltigen Armutsgrenze. Die Kinderarmut ist als Ergebnis stark gestiegen.
Im Harzkreis lebt jedes vierte Kind in materieller Armut. Viele Bescheide sind fehlerhaft, die Sozialgerichte mit Klagen Betroffener ĂŒberlastet. Jeder vierte "1-Euro-Job" verstöĂt laut Bundesrechnungshof gegen die Auflagen zur Schaffung solcher Arbeitsgelegenheiten. Zudem wurde deutlich, dass viele Arbeitnehmer zu Armutslöhnen schuften und sich Netto ebenfalls an der Armutsgrenze wiederfinden.
Die Linkspartei sieht sich daher in ihren Forderungen nach einem gesetzlichen Mindestlohn von monatlich mindestens 1 000 Euro Netto, der verlÀngerten AuszÀhlung des Arbeitslosengeld I und der Erhöhung der RegelsÀtze des Arbeitslosengeld II (Hartz IV) bestÀtigt.
Eine Verbesserung der Lebensbedingungen von Niedriglohn-Arbeitnehmern und Arbeitslosen ist vorerst leider nicht in Sicht. SĂ€mtliche parlamentarischen Initiativen der Linksfraktion im Deutschen Bundestag sind bisher stets mit der CDU/SPD-Mehrheit der GroĂen Koalition arrogant abgelehnt wurden.
Christian HĂ€rtel, Wernigerode
Mitglied der Linksfraktion im Stadtrat