Harzkreis. Kostenloses Schulobst muss endlich in allen Bundesländern für alle Schulkinder in den Schulen angeboten werden. Diese langjährige Forderung der Linksjugend und der LINKEN werde trotz eines EU-Schulobstprogramms noch immer nicht flächendeckend umgesetzt, erklärte Christian Härtel, Mitglied des Sprecherrates der Harzer Linksjugend.
Die Antwort der Bundesregierung auf eine aktuelle Anfrage der LINKEN im Deutschen Bundestag und mehrere darauf folgende Medienberichte machen erneut auf diesen Umstand aufmerksam. Obwohl die EU-Kommission der Bundesrepublik in diesem Schuljahr ca. 20 Millionen Euro zur Verfügung stellt, damit Schüler kostenlos Obst und Gemüse essen können, wollen sich neun Bundesländer nicht am Schulobstprogramm beteiligen. Weitere sechs Bundesländer, darunter Sachsen-Anhalt, arbeiten noch immer an der Umsetzung. Lediglich das Saarland nimmt bereits in diesem Schuljahr am Programm teil. Die Absage vieler Länder mit dem Hinweis auf bürokratische Hürden sei nicht hinnehmbar.
Wie Härtel weiter mitteilt, werde das Programm mit Beginn des neuen Schuljahres im August 2010 endlich auch in Sachsen-Anhalt umgesetzt. Davon werden auch die rund 14.000 im Harzkreis lebenden Schulkinder im Alter von 7 bis 15 Jahren profitieren, ist sich die Linksjugend sicher. Denn das Programm sei eine Möglichkeit, Kinder mit gesunder Ernährung vertraut zu machen.
Ungesunde Ernährungsgewohnheiten bildeten sich frühzeitig heraus und haben gravierende Auswirkungen auf die Lern- und Leistungsfähigkeit der Kinder. Wie Notwendig ein Umsteuern hin zu gesünderer Ernährung sei, zeige die zunehmende Übergewichtigkeit. Bereits heute ist jedes neunte Mädchen und jeder sechste Junge davon betroffen. Vor allem viele Kinder aus einkommensschwachen Familien, im Harzkreis betrifft dies jedes dritte bis vierte Kind, finden aus Kostengründen zu wenig gesundes Obst und Gemüse auf dem heimischen Speiseplan.
Mit dem EU-Programm sei ein erster, wenn auch kleiner Schritt hin zu einer gesünderen Ernährung der Kinder, unabhängig vom Geldbeutel der Eltern getan. Das Ziel einer wirksamen Überwindung der unerträglichen Kinderarmut in Deutschland dürfe aber nicht aus den Augen verloren werden, so die Harzer Linksjugend abschließend.